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Nierenfakt ·

Dialyse: 12 statt 168 Stunden pro Woche – darum bist du danach so erschöpft

Gesunde Nieren arbeiten 168 Stunden pro Woche, die Dialyse oft nur 12. Warum das reicht und warum du danach erschöpft bist, aber nicht faul.

Der Short dazu, 45 Sekunden.

Gesunde Nieren arbeiten 168 Stunden pro Woche, ohne Pause. Bei der Dialyse sind es oft nur 12. Wie kann das reichen? Hier kommt die Antwort. Und sie erklärt auch, warum du nach der Dialyse so platt bist.

168 Stunden gegen 12

Deine Nieren kennen keinen Feierabend. Gesunde Nieren filtern rund 180 Liter am Tag, Tag und Nacht. So steht es im medizinischen Nachschlagewerk AMBOSS, das Gesundheitsportal Österreich nennt rund 170 Liter. Eine Woche hat 7 × 24 = 168 Stunden, und so lange sind gesunde Nieren im Einsatz.

Die Hämodialyse findet meist 3-mal pro Woche statt, jeweils etwa 4 bis 5 Stunden. Das schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de. Bei 3 Terminen mit je 4 Stunden kommen 12 Stunden zusammen.

Stunden pro Woche Anteil an der Woche
Gesunde Nieren 168 100 %
Hämodialyse meist 12 bis 15 rund 7 bis 9 %

Zwei bis drei Tage in vier Stunden

Die Dialyse muss die Arbeit einer ganzen Woche in drei Terminen schaffen. Wasser und Giftstoffe von zwei bis drei Tagen müssen also in wenigen Stunden raus. Das ist Schwerstarbeit für den Körper.

Das spüren viele. Eine Metaanalyse aus 12 Studien mit 2.152 Menschen kommt auf 61 %, die sich nach der Dialyse erschöpft fühlen (Dou und Kollegen, 2023). Die einzelnen Studien liegen weit auseinander. Darum sagen wir lieber: Rund 6 von 10 fühlen sich danach erschöpft.

Auch die Erholung braucht Zeit. In der DOPPS-Studie mit 6.040 Menschen an der Dialyse (Rayner und Kollegen, 2014) brauchte mehr als jeder Vierte über 6 Stunden, bis es wieder ging:

  • 7 bis 12 Stunden: 17 %
  • mehr als 12 Stunden: 10 %

Zusammen sind das 27 %.

Warum es trotzdem reicht

Die Dialyse schafft das nicht allein. Es reicht nur, weil Trinkmenge, Ernährung und Tabletten mithelfen. Auch das IQWiG zählt sie zur Behandlung dazu. Wie viel du trinken darfst, was auf deinen Teller kommt und welche Tabletten du brauchst, ist bei jedem anders. Das klärst du mit deinem Nierenteam, nicht mit einer Faustregel aus dem Internet.

Und dann ist da die Müdigkeit. Wenn du nach der Dialyse auf dem Sofa liegst, statt einzukaufen, hat das einen Grund: Dein Körper hat in wenigen Stunden die Arbeit von Tagen hinter sich. Erschöpft heißt nicht faul. Das ist gut zu wissen, für dich und für alle, die mit dir leben. Und wenn dich die Erschöpfung stark belastet, sprich mit deinem Nierenteam darüber.

Kurz gesagt

  • Gesunde Nieren arbeiten 168 Stunden pro Woche, die Hämodialyse meist 12 bis 15 Stunden.
  • Es reicht, weil Trinkmenge, Ernährung und Tabletten mithelfen. Was davon für dich gilt, klärst du mit deinem Nierenteam.
  • Rund 6 von 10 fühlen sich nach der Dialyse erschöpft. Erschöpft heißt nicht faul.

Wie lange brauchst du danach? Erzähl es uns im Discord.

Quellen

  • IQWiG, gesundheitsinformation.de: „Hämodialyse bei chronischer Nierenkrankheit“, Stand 14.08.2024, >gesundheitsinformation.de
  • AMBOSS: „Nierendurchblutung und glomeruläre Filtration“, >amboss.com
  • Gesundheitsportal Österreich: Angabe zur Filtermenge der Nieren (rund 170 Liter am Tag), Stand 12.12.2024, >gesundheit.gv.at
  • Dou J et al. (2023): Metaanalyse zur Erschöpfung nach der Dialyse, 12 Studien, 2.152 Teilnehmende. BMJ Open 13(6): e064174
  • Rayner HC et al. (2014): Erholungszeit nach der Dialyse, DOPPS, 6.040 Teilnehmende. American Journal of Kidney Diseases 64(1): 86–94

Keine ärztliche Beratung. Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge mit Quellen. Was für dich gilt, hängt von deinem Stadium und deiner Behandlung ab. Sprich darüber mit deinem Nierenteam.

Hilfe und Beratung findest du bei den Anlaufstellen.